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Bauen ist ein Kampf mit dem Wasser (Raimund Probst)
WDVS-Arbeiten weisen Besonderheiten bei den Anforderungen an Gerüste auf. Gerüstanker können nicht überall gesetzt werden (in schmalen Leibungen oder zu randnah), sie müssen ein leichtes Gefälle aufweisen (um kein Wasser in die Dämmung einzuleiten). Der Belagabstand zum Rohbau muß ausreichend sein. Bei großen Dämmdicken müssen ggfs. temporäre Verbreiterungen innen angebracht werden, solange noch keine Dämmplatten verlegt sind (um Absturzgefahren auszuschließen), etc. pp. Eine sehr gute Zusammenstellung ist nun in einer „Fachinformation“ erfolgt, die hier geladen werden kann als pdf. Ein Gedanke, der bei der Planung von Gerüsten generell, aber speziell bei WDVS zu kurz kommt: Das beste Gerüst ist das, das nicht am Mauerwerk befestigt werden muß. Viele Probleme und Schadensquellen ließen sich so vermeiden. In fehlende Gerüstankerlöcher kann bspw. kein Wasser einlaufen, die Ausbesserungen können sich nicht unschön abzeichnen, auch wenn sie sonst noch so „perfekt“ während des Gerüstabbaus an die Putzstruktur beigearbeitet würden. Und nicht zu unterschätzen: Zusätzlicher Arbeitsaufwand um die Haken herumzuarbeiten entfällt, ungünstig sitzende Gerüstanker behindern nicht unnötig die Arbeiten. Und an dieser Stelle möchte ich eine Denkanregung geben, wenn man um die Anker im Mauerwerk nicht herumkommt: Ich empfehle, die Gerüstanker vor dem Eindrehen mit einer Hülse (z.B. aus Kunststoff) zu versehen. Dann kann das WDVS an die Hülse sauber angeschlossen werden. Die Hülse bleibt drin. Beim Herausdrehen der Anker besteht keine Gefahr von Ausbrüchen und unnötiger Locherweiterung mehr (durch Kleber- und Mörtelanhaftungen, durch Schaumanklebung, etc.). Das Loch ist bereits größenmäßig definiert und es kann rationell (durch Vorfertigung) und sicher (schlagregendicht) geschlossen werden. Ein Loch schließen ist, wenn das Gerüst im Mauerwerk zu verankern ist, sowieso erforderlich. Der Durchmesser bleibt so klein wie möglich. Die Auffälligkeit von Gerüstankerverschlüssen wird minimiert auf das Unvermeidliche. Die zusätzlichen Material- und Lohnkosten für solche Hülsen wären minimal. Die Hülsen können überstehen (über fertige Putzoberfläche) und werden beim Gerüstabbau passend gekürzt. Auch Daueranker sind ggfs. eine gute Lösung, also Anker die vorher geplant gesetzt werden, das WDVS wird daran schlagregendicht angeschlossen, die Anker verbleiben in der Fassade. Vorteil: Bei späteren Arbeiten braucht man nicht wieder neue Anker setzen, damit weitere Durchstoßungen der Putzschale und es werden keine neue Schadensquellen geschaffen. Nachteil: Die Daueranker sind in der fertigen Oberfläche sichtbar.

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WDVS und Gerüste

(24.03.20)

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