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Bauen ist ein Kampf mit dem Wasser (Raimund Probst)
Was bedeuten solche oder ähnliche Leistungsbeschreibungen: „Betondecken und -wände vollflächig spachteln, Ober- flächengüte: Q3, geglättet“. Was wird dadurch konkret vereinbart? Ist die Beschreibung technisch nachvollziehbar? Ist sie eindeutig und unmißverständlich? Nein! Qualitätsklassen (abgekürzt mit Q1 bis Q4) gibt es für Spachtelungen auf Beton, für Beschichtungen, Wandbekleidun- gen, -beläge und dergleichen nicht! Es gibt Qualitätsstufen für Spachtelarbeiten auf Gipsplatten und Gipsfaserplatten sowie für Putzoberflächen im Innenbereich. Sie wurden in Merkblättern eines privatrechtlichen Vereins, nämlich des „Bundesverbands der Gipsin- dustrie e.V.“, Berlin, unter Mitarbeit verschiedener Berufsverbände herausgegeben. Sie sind im Internet zu finden. In diesen Merkblättern werden die Oberflächenqualitäten beschrieben und in die 4 Klassen eingeteilt. Daher mag die gedankliche Übertragung auch auf andere Oberflächenarbeiten wie Spachteln auf Beton herrühren. Wie ist nun die Oberflächenqualität gespachtelter Betonoberflächen zu beurteilen, wenn niemandem dieser Fehler aufgefallen ist und ein entsprechender Vertrag geschlossen wurde? Können dann die genannten Merkblätter wenigs- tens als Auslegungshilfe herangezogen werden? Auch das ist seriös nicht möglich. Man kann nicht von Innenputzar- beiten oder Verspachtelungen von Gipsplatten auf Spachtelarbeiten auf Beton oder andere Leistungen schließen. So kann man nur empfehlen, auf die Vermeidung solch simpler Fehler zu achten, als Planer, als Auftraggeber, als anbietender Handwerker. Im Nachhinein die Verträge zu ändern, ist dann zwar noch eine Möglichkeit, kann aber ver- zwickte rechtliche, technische und finanzielle Probleme aufwerfen. Auch ein Ausschreibungstext wie „Betonspachteln in Q3, in Anlehnung an Merkblatt …“ brächte keine Klarheit. Was sollte konkret Anlehnung bedeuten? In welchem Ausmaß will man sich anlehnen? Will man etwas haben, das nir- gends definiert ist, kann man nicht auf unzutreffende Richtlinien verweisen, sich daran „anlehnen“, sondern muß es halt selbst ausführlich und detailliert beschreiben. So wie es Planer immer machen (müßten). (zurück)

Beton spachteln in Q3?

(01.02.20)